Montag, 23. Mai 2022

Mut in schweren Zeiten

Visitation 2022

Im Gespräch

Das Ohr an der Basis

Im Austausch mit den Räten

Mit den Kitaleiterinnen

V.l.n.r: Pfr. Klein, Dr. Bergsträßer, Hr. Glombitza, Bischof Wiesemann, Dr. Mörsch, Herr Czech (Foto Henrich)

Visitation von Bischof Wiesemann in unserer Pfarrei am 18. und 19. Mai 2022

Eigentlich hätte die Visitation (der Besuch des Bischofs) schon viel früher stattfinden sollen. Aber nicht zuletzt wegen Corona und einer Erkrankung von Bischof Wiesemann musste der Termin auf 2022 verschoben werden. Am 18. und 19. Mai war es dann schließlich so weit.
Nach einer kurzen Begrüßung und einem ersten Gespräch mit Pfarrer Klein begann Bischof Wiesemann damit sich einen Eindruck von unserer Pfarrei zu machen. So standen zuerst eine Vielzahl von Gesprächen auf dem Terminplan zunächst mit den Sekretärinnen und dem Pastoralteam. Bei diesen Gesprächen konnte Bischof Wiesemann sich ein Bild davon machen, wie in unserem Team kommuniziert und gearbeitet wird. Nach einem kurzen Mittagessen in der FGTS Lautzkirchen fanden einzelne Personalgespräche statt.

Das Abendprogramm begann mit einem Gottesdienst in St. Mauritius, Lautzkirchen. Spätestens bei der Predigt fiel auf, dass Bischof Wiesemann sich auf die Visitation schon im Vorfeld vorbereitet hatte. Er stieg mit der noch frischen Vision unserer Pfarrei ein: „Mit Freude und Offenheit gemeinsam und mutig in die Zukunft unterwegs, damit Lebendigkeit wächst.“ Er bestärkte die Gemeinde in dieser Vision und verband sie mit einem lebendigen Bekenntnis zu Jesus Christus, auch angesichts der großen Krisen unserer Zeit, aber auch der Krise der Kirche allgemein und angesichts der aktuellen Herausforderungen in unserem Bistum.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle eingeladen zu einem offenen und zugleich thematisch etwas vormoderierten Gesprächsabend im Pfarrheim Lautzkirchen. Im Vorfeld wurden die Gremien unserer Pfarrei gebeten Themen und Fragen zu formulieren, die an den Thementischen besprochen werden sollten.  „Die Kirche und das liebe Geld“, „“Ja wo laufen sie denn hin?“ oder „Für wen halten uns die Leute?“ waren nur drei der Themen. Die Gespräche waren geprägt von intensivem Zuhören und einem konstruktiven Miteinander, bei dem auch „heiße Eisen“, wie etwa die aktuellen Reformprozesse innerhalb der kath. Kirche in Deutschland offen angesprochen werden konnten, genauso wie Sorgen und Ängste im Blick auf die aktuellen Sparmaßnahmen in unserem Bistum. Bischof Wiesemann schätzte diese Austauschrunde sehr, wie er in seinem Abschluss Statement berichtete. Dieser Austausch war ihm ein Herzensanliegen.

Der zweite Tag begann mit einem Gottesdienst in Kirkel/Neuhäusel und dem anschließenden Besuch der Kita Niederwürzbach. Neben der Begegnung mit den Kindern stand hier das Gespräch mit den Kitaleiterinnen unserer Pfarrei im Mittelpunkt.
Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Biosphäre. Er begann mit einem wunderschönen Blick auf das paradiesische Biotop Beeden mit Erläuterungen von Dr. Mörsch (Biosphärenzweckverband). Es folgte der Besuch der Ölmühle am Berghof Einöd sowie das Gespräch mit Thorsten Czech (Biosphärenverein), Herrn Pick (Ölmühle) und Dr. Bergsträßer (Pfarreirat). Dabei wurde deutlich wie nahe Kirche und Biosphäre in den Themen der Schöpfungsverantwortung beieinander liegen. Ein Themenfeld das in unserer Pfarrei von der AG Biosphäre und Kirche bearbeitet wird.
Der Abschlussabend stand zuletzt ganz im Zeichen des pastoralen Konzeptes. Dr. Bergsträßer stellte dies in drei Blöcken vor und gab Bischof Wiesemann danach jeweils die Möglichkeit seine Eindrücke zu formulieren und ein Feedback dazu zu geben.

Obwohl die Visitation von Bischof Wiesemann noch ganz unter dem Eindruck des erst vor kurzem zurückgetretenen Generalvikars Andreas Sturm stand und in Zeiten vieler kirchlicher Krisen hineinfiel, war es doch eines, was Bischof Wiesemann trotz allem wichtig war: Das vielfältige Engagement und die gute Kommunikation, den guten Geist Gottes, den er in diesen zwei Tagen hier bei uns spüren konnte zu loben und uns zu ermutigen über die Herausforderungen unserer Tage nicht die Freude zu verlieren. Dabei auch mutige Schritte zu wagen und zu experimentieren sei legitim und wichtig. Bischof Wiesemann griff immer wieder unsere Pfarreivision auf und stellte die Frage, wie es gelingen kann die Freude und Offenheit zu erhalten und damit mutig in die Zukunft voranzuschreiten. Diese Vision mit Leben zu füllen und das pastorale Konzept daraufhin nochmal zu überarbeiten, das werden die Aufgaben für die kommenden Wochen und Monate sein.

Dazu sind wir - laut Bischof Wiesemann - auf einem guten Weg. Gehen Sie mit!