St. Hubertus Niederwürzbach

Am 16. Mai 1863 wurde Niederwürzbach durch den Bischof Nicolaus Weis zu einer selbständigen Pfarrei erhoben. Vorher (seit 1733) war Niederwürzbach eine Filiale der Pfarrei Lautzkirchen.

Das Industriezeitalter ließ ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Einwohnerzahl von Niederwürzbach ständig ansteigen. Die alte Kirche (Hubertuskapelle) reichte für die Gläubigen nicht mehr aus. 

Im Frühjahr des Jahres 1880 begannen die Bauarbeiten an der neuen Kirche, die als Namenspatron den heiligen Hubertus erhalten sollte. Am 24. Mai 1880, ein Tag nach dem Dreifaltigkeitstag, wurde die feierliche Grundsteinlegung im Beisein vieler Bürger vollzogen. Bereits ein Jahr später, am 6. September 1881, konnte die Konsekration (Weihe) der neuen Kirche vorgenommen werden.

In den folgenden Jahren bis 1894 wurde der Innenraum der neuen Pfarrkiche mit den erforderlichen Einrichtungen, aber auch mit schmückendem Beiwerk ausgestattet: Kirchenbänke, Altäre, Beichtstühle,  Taufstein, Statuen u. a. Ein besonderes Schmuckstück der neuen Kirche war der Hochaltar mit seinen beiden Seitenaltären.

Im Jahre 1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Zur Beschaffung von Kriegsmaterial wurden die Zinnpfeifen der Orgel und die Glocken der Kirche von der Regierung beschlagnahmt und eingeschmolzen.

Zum Gedenken an die vielen Gefallenen der Gemeinde wurde dann im Jahre 1921 ein Kriegerdenkmal neben der Kirche errichtet. Erbaut wurde es vom Bildhauer M. Bartscherer aus Niederwürzbach.

Am 3. Februar 1923, erhielt die Kirche 3 neue in Saarburg hergestellte Glocken. Sie wurden in einer feierlichen Prozession in die Kirche überführt.

Am 1. September 1939 brach der 2. Weltkrieg aus. Die Kirche ging in Flammen auf und brannte völlig aus. Der einzige nicht total zerstörte Saal im Ort, der sogenannte Krämersche Saal (Witwe Allgayer) wurde als Notkirche eingerichtet. Er wurde von der Besitzerin der Pfarrgemeinde unentgeldlich zum Zwecke des Gottesdienstes überlassen.

Pfarrer Wagner, der von 1946 bis 1968 der Pfarrei vorstand, setzte seine ganze Kraft für einen Wiederaufbau der zerstörten Kirche ein. Im Herbst des Jahres 1948 konnte Richtfest gefeiert werden. Ein Jahr später, am 10. Juli 1949, folgte der Einzug in die wiederaufgebaute Kirche, die allerdings noch schmucklos war. In der Folgezeit wurden die Heizung installiert, Kirchenbänke angeschafft und eine gebrauchte Orgel erworben und aufgebaut. Am 9. März 1953 trafen die 4 neuen Glocken auf dem Bahnhof ein und wurden mit geschmückten Fahrzeugen zur Kirche gebracht.

Im Jahre 1965 erfolgte eine großangelegte Innenrenovierung der Kirche. Dabei wurde auch der Altar in den vorderen Teil des Chorraumes (versus populum) gerückt.

12 Jahre später, 1972 also, wurde die alte, gebraucht gekaufte Orgel durch eine neue Orgel der Firma Späth aus Ennerach-Mengen am Bodensee ersetzt. 

In den Jahren 1989/90 erfolgte erneut eine Innenrenovierung der Kirche. Elf Jahre später (2001) wurde mit der Außenrenovierung (Kirchendach, Außenmauern) begonnen. Im ersten Bauabschnitt erfolgte die Renovierung des Turmes und der Eingangsfassade.

Im Jahr 2014 wurde die Orgel mit Hilfe von zahlreichen Spenden generalüberholt.

Zu den Kirchenfenstern von Marianne Aatz